Spielemesse 2015 in Essen - Einfach nur zauberhaft

Die Spiel 2015 – magische Messemomente! Nein, der Satz stammt nicht aus dem Hochglanzprospekt des Tourismusbüros Essen, sondern fasst einfach nur präzise unsere Erfahrungen auf der dortigen Spielemesse vom 8. bis 11. Oktober zusammen. Hexen, Druiden und Zauberlehrlinge haben uns auf Schritt und Tritt verfolgt – zumindest auf den Spielbrettern (wobei auch Halle 2 wieder einige optisch… interessante Zeitgenossen beherbergt hat).

Hexen gibt's, Löwen gibt's, nur Kleiderschränke sind nirgendwo zu finden.

Angefangen beim diesjährigen Kennerspiel des Jahres „Broom Service“, das den Blick  auf die von den Mainstream-Medien totgeschwiegenen Probleme der Zaubertrankzustellbranche lenkt. Löblicherweise hat die Messeorganisation die Dringlichkeit des Themas erkannt und es gleich am Eingang der hierfür eigens wiedereröffneten magischen Halle 7 angemessen präsentiert. Das Besucherinteresse ist – ebenso wie beim benachbarten Spiel des Jahres „Colt Express“ – entsprechend groß, sodass wir nur im Vorbeigehen an den Weisheiten der engagierten Spieleerklärer teilhaben können („Nein, man kann nicht durch die Decke schießen. Das habe ich aber eben gesagt“).

Glücklicherweise finden sich bei den vielen kleineren Verlagen in selbiger Halle immer wieder freie Plätze, um einige der bisher weniger bekannten Neuerscheinungen kennenzulernen. Zum Beispiel „Los Aprendices“ des spanischen Verlags Zacatrus: Die wissbegierigen Zauberlehrlinge erwürfeln sich jede Runde magische Utensilien, die sich auf sechs verschiedenen Leisten in zusätzliche Vorteile wie Bonusressourcen, Wiederholungswürfe oder auch schlichte Siegpunkte umtauschen lassen. Ziel ist es, die Konkurrenz möglichst klein zu halten und selbst so viel Macht anzusammeln, dass man im geeigneten Moment den Zauberbeutel zumachen und genügend Punkte für den Sieg einfahren kann. Auch wenn unter den zahlreichen, ständig zwischen den Spielern wechselnden Vorteilskärtchen manchmal die Übersichtlichkeit leidet, zeichnen sich „Los Aprendices“ durch ein grundsolides Spielprinzip mit anregender Spannungskurve aus.

 
Diesmal sind die Chinesen unschuldig: Die südkoreanische
Ferieninsel Jeju entstand aus Vulkanasche.

Thematisch nicht allzu weit entfernt davon befinden sich „The Minion Recipes“, wo uns allerdings weniger der Inhalt als vielmehr die wunderbar schreckliche Kitschgrafik angezogen hat. Spielmechanisch knüpft die Neuheit von Takoashi Games an das aus „Fairy Tale“ oder „7 Wonders“ bekannte „Card Drafting“ an, bei dem jeder Spieler eine seiner Handkarten auswählt und die restlichen an seinen Nachbarn weitergibt. Auf diese Weise sammeln hier bis zu sechs Zauberköche die notwendigen Zutaten zusammen, um jeweils am Ende der insgesamt fünf Runden einen der ausliegenden „Minions“ zu brauen, die auch hier besondere Vorteile oder Siegpunkte einbringen. Klar, kein übermäßig strategisches Spiel, aber ein kurzes und kurzweiliges, das sich vor allem an Gelegenheitsspieler und Freunde großer Kulleraugen richten dürfte.

Verlassen wir fürs erste die Zauberei und bleiben bei den Kulleraugen. Das ebenfalls an ein eher jüngeres Publikum gerichtete „Play Jeju“ des koreanischen Verlags Happy Baobab führt schon vor unserem Testspiel zu zwei überraschenden Erkenntnissen: 1) Asien besteht nicht nur aus China und Japan; 2) Südkorea besteht nicht nur aus Seoul. Da gibt es beispielsweise noch den Schauplatz dieses Spiels, die Ferieninsel Jeju, wo sich schwarze Schweine neben Kakteen und Bergen tummeln, allesamt – wer hätte daran gezweifelt? – mit Kulleraugen. Ähnlich wie in den zuvor erwähnten Neuheiten werden ‚Ressourcen’ gesammelt und zum Kauf von Boni und Siegpunkten eingesetzt, hier mit Hilfe von verschiedenfarbigen und übereinander gestapelten Spielsteinen, die sich in Mancala-Manier über das Brett bewegen: Wer am Zug ist, wählt einen der Stapel aus und verteilt die in ihm enthaltenen Steine in beliebiger Richtung über die sechs verbundenen Orte der Insel; diese werfen nun Ressourcenplättchen für diejenigen Spieler ab, deren Farbe jeweils oben liegt. Das ermöglicht so manche Gemeinheit, die man den unschuldigen Illustrationen gar nicht zugetraut hätte – also das perfekte Spiel für Kinder, die frühzeitig merken sollen, dass das Leben kein Ponyhof ist. Obwohl es dafür ziemlich viele Pony-Plättchen enthält. Die Welt ist manchmal absurd.

Warum die schlechte Laune? Es kann nicht jeder
beim Catan Big Game gewinnen.

Nach so viel verwirrender Exotik wagen wir keine weiteren Experimente mehr und schauen lieber beim guten, alten Pegasus-Stand vorbei, um sowohl die leicht bekömmliche Duellversion der „Zwerge“ als auch die Rabattfreudigkeit der Verkaufsabteilung auszutesten. Beides mit zufriedenstellendem Erfolg. Ebenso zeigt die subtile Werbung der Heidelbären für ihre „irrsinnigen Messe-Deals“ wieder einmal Wirkung – oder hat vielleicht doch die Jeju-Partie meine Lust an Intrigen geweckt und mich somit zum Kauf des neuen Game-of-Thrones-LCGs samt der „Schlachten von Westeros“ getrieben? Die Wahrheit kennt einzig der Herr des Lichts.

Wie unprofessionell, jetzt ist der Messebericht fast zu Ende und es hat sich alles nur um Spiele gedreht. Das muss daran liegen, dass wir dieses Jahr auf die spektakulären Events des Wochenendes verzichtet haben, um stattdessen donnerstags und freitags dem größten Besucheransturm aus dem Weg zu gehen – was an den Ständen tatsächlich zu etwas mehr Beinfreiheit geführt hat, im Gegensatz zu der auch unter der Woche reichlich angespannten Parksituation. Versäumt haben wir jedenfalls neben der traditionellen Carcassonne-WM den samstäglichen Catan-Weltrekord (oder in Bärensprache: „das total irrsinnige Super-Mega-Lock-Turnier“), für den sich über 1000 Spieler zu einem „Big Game“ in der eigens reservierten Halle 4 zusammengefunden haben. Doch es sei versichert, die majestätische Atmosphäre des menschenleeren und bereits fertig bestuhlten Schauplatzes hat uns ebenso tief beeindruckt wie die durch die Stille hallenden Worte der umstehenden Beobachter: „Wenn die schon ein so großes Ereignis machen, warum nehmen die dann kein gutes Spiel?“ Es war ein erhabener Moment. Man könnte ihn fast magisch nennen.

Kommentare   

0 #1 angeltorqh 2018-05-20 20:43
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